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Rezensionen

Rezension zu „Gott sagte: Willst du mit mir leben? Und ich so: Klar.“ von Nathanael Draht

Klappentext

Mit seinen knapp dreißig Jahren hat Nathanael Draht alles erreicht: Eine geniale Erfindung geht durch die Decke und er ist einer der jüngsten Millionäre Deutschlands, quasi über Nacht. Ausgesorgt. Kohle, check! Ansehen, check! Erfolg, check! Lebenssinn – ja, was ist damit eigentlich? In diesem Punkt kommt ihm ein unerwarteter himmlischer Moment zur Hilfe: Gott redet zu ihm, ganz persönlich. Und plötzlich führt dieser pragmatische Typ Gespräche mit Gott über alles, was sein Leben ausmacht, und betet sogar für Kranke – was geht eigentlich ab?

„Jemand hat mal zu mir gesagt: „Wir Christen tun einfach so, als wäre die Bibel die Wahrheit.“ Das nennt sich Glauben. […] Der Glaube ist der Anfang. Und dieser Glaube kann Berge versetzen.“ (S. 66 im eBook)


Meine Meinung

Es ist sehr schwierig für mich diese Rezension zu beginnen. Ich habe mich um ehrlich zu sein eine ganze Weile davor gedrückt. Denn die Autobiographie von Nathanael Draht hat mich mit unterschiedlichen, verwirrten Gedanken zurückgelassen, die ich lange nicht sortiert bekommen habe. Für mich als Christin ist es immer wieder interessant zu erfahren, wie andere den Weg zu Gott gefunden haben. Doch trotzdem hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Buch…

In seiner Autobiographie erzählt er mithilfe seines Co-Autors Matthias Dittmann über seine Umkehr zu Gott und einem Leben als Christ. Über den Sinn des Lebens, Theodizee, Gnade, Evangelisation und übernatürliche Heilungen. Nathanael Draht hat sich mit theologischen Erklärungen und Bibelstellen sehr zurückgehalten, vielmehr spricht er über seine Erfahrungen mit den verschiedenen Themen und hat dafür eine Menge Beispiele aus seinem Leben parat.

Mit seinem christlich-kreationistischem Weltbild auf Grundlage der Bibel erlebt der Autor seit seinem Wandel unfassbar viel mit Gott. Er erzählt davon, wie er kranke Menschen auf Missionsreisen durch Heilungsgebete gesund macht und sie danach keine Beschwerden, egal welcher Art, mehr haben. Ich fand es unfassbar spannend und vor allem schön, über seine Erlebnisse zu lesen. Man spürt durch die Seiten heraus, wie sehr er hinter seinem Glauben steht und wie überzeugt er von Gott ist. Früher war er ein Frauenaufreißer und immer auf der nächsten Party, doch seit er sich zu Gott bekannt hat, hat sich sein komplettes Leben verändert. Viele Freunde, wenn nicht sogar alle,  haben sich von ihm abgewandt, doch das nahm er gelassen.

„Ich weiß nicht mehr, wie vielen Menschen ich von Jesus erzählte. Manche nahmen die Botschaft an, andere lehnten sie ab. Das ist ganz normal. Und wir sollten uns nicht davon entmutigen lassen, wenn wir für unseren Glauben belächelt, abgelehnt oder sogar angefeindet werden.“ (S, 69 im eBook)

Nathanael Draht hat sich mit Fragen beschäftigt, die wir uns alle sicherlich mal gestellt haben. Warum lässt Gott das Elend in der Welt zu? Und Gott antwortete ihm. Ich war, um ganz ehrlich zu sein, sehr überrascht, wie überzeugt ich von der Antwort war. Ich habe das Gefühl, dass mir diese Frage in diesem Buch beantwortet werden konnte, wofür ich unfassbar dankbar bin.

Ich habe mehr Stellen markiert, als ich zählen kann. Durch seine Autobiographie habe ich vieles mitnehmen können und auch einiges, womit ich mich noch näher beschäftigen muss. Es sind so schöne Zitate dabei, die ich mir rausgeschrieben haben.

„Es geht doch nicht darum, wie viel wir anderen geben. Es geht um unser Herz. Es geht darum, mit dem, was Gott uns gegeben hat, gut umzugehen.“ (S. 276)

Tatsächlich war aber genau das, was mir so gut gefallen hat, letzten Endes irgendwo ein Problem. Nathanael Draht hat einen sehr tiefen Glauben, der sich in seinem ganzen Leben widerspiegelt, – in seinem Unternehmen, der Erziehung seines Kindes und seiner Ehe. Durch seine tiefe Verbindung zu Gott erlebt er viele übernatürliche Momente, die man oft nur aus der Bibel kennt. Nur haben der Autor und ich vielleicht den gleichen Glauben, aber auf einer ganz anderen Ebene. Ich liebe Gott sehr, das tue ich wirklich von ganzem Herzen, aber ich liebe auch mich und würde niemals auf einen Tanzkurz, den ich mag, verzichten, weil „diese Art von Körperkontakt nicht gesund war“ (S. 308). Ich habe auch eine ganz andere Vorstellung vom Leben nach dem Tod und der Hölle. Das für mich schwierigste war die Haltung des Autors gegenüber Homosexualität. An einem Tag traf er auf zwei Frauen, gab sich selbst einen Ruck und sprach sie an. Er erzählte von Dingen, die er selbst noch nicht verstanden hatte und hörte aufmerksam zu, um davon zu lernen.

„Beide waren lesbisch, aber dennoch aufgeschlossen. Sie wollten allerdings wissen, wie denn Gott mit dieser Sünde umzugehen gedachte.“ (S. 74)

Noch auf derselben Seite fragt er sich, wie er so ein gut gelaufenes Gespräch beenden soll. Gottesdienst und Buße tun?
Ich musste an dieser Stelle stoppen und erstmal pausieren. Auch, wenn der Autor nicht weiter darauf eingeht, finde ich seine kurze Positionierung sehr schwierig. Denn Homosexualität ist keine Krankheit, keine Sünde, kein Grund,um Buße zu tun. Und wenn es nach mir geht, dann verurteilt die Bibel an keiner Stelle die Homosexualität. Aber jetzt bin ich etwas abgedriftet… Ab zu meinem nächsten Punkt:

Mein größtes Problem mit dem Buch, was mir das ganze Lesen erschwert hat, war der Schreibstil. Mit einer sehr starken Umgangs-, oder auch Jugendsprache, sorgt der Autor leider dafür, dass seine Erzählungen aufgesetzt wirken. Worte wie „so geil, krass oder zum Kotzen“ fallen oft an Stellen, die ich persönlich unpassend finde. Ich verstehe, dass es authentisch und lustig sein soll, aber bei mir bewirkte es das genaue Gegenteil.


Fazit

Mir fiel es sehr schwer diese Rezension zu schreiben, denn obwohl mir viele Erzählungen und Aussagen gut gefallen haben, störte der Schreibstil den gesamten Lesefluss.
Ich würde aufgrund dessen auch nur eine Leseempfehlung für die aussprechen, die Nathanael Drahts Sichtweise und seinen Glauben bereits teilen. Ich persönlich würde das Buch nicht ein zweites Mal lesen, dennoch habe ich mir einige Zitate rausgeschrieben, die ich mir sicherlich noch öfter ansehen werde.

3 von 5 Lesesternen.

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar!


Zum Buch
Autor: Nathanael Draht
Genre: Autobiographie
Verlag: SCM Hänssler
Seiten: 232 S.
Erscheinungsdatum: 12.02.2020
ISBN: 9783775160131

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