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Rezensionen

Rezension zu „Truly“ von Ava Reed

„Was viele kritisieren, ist, dass Andie und Cooper einander verfallen ohne sich richtig zu kennen. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich diesen Kritikpunkt nicht ganz nachvollziehen kann. Denn…“

Klappentext

Andie kann es nicht erwarten, ihr Studium zu beginnen und ihre beste Freundin wiederzusehen. Nach einem chaotischen Start findet sie endlich ein Zimmer. Mit ihren neuen Mitbewohnern versteht sie sich gut, nur Cooper gibt ihr Rätsel auf. Er ist für Andie da und hilft ihr, wo er kann, gleichzeitig ist er abweisend und hält sie auf Distanz. Andie will wissen, was dahintersteckt und wer Cooper wirklich ist. Aber sie merkt schnell, dass manche Geheimnisse tiefere Wunden hinterlassen als andere …

Meine Meinung

Ich lese nicht unbedingt viel im Genre New Adult, aber ich würde behaupten, den Namen Ava Reed kennt man in der Bloggerszene mittlerweile ganz gut. Seit dem Erscheinungstag von „Truly“ wurde auf Bookstagram nur noch von dem neuen New Adult-Roman über Andie und Cooper gesprochen.
Ich hätte mir das Buch nicht selbst gekauft, deswegen herzlichsten Dank an NetGalley und den Lyx-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Andie, die Protagonistin der Geschichte, ist eine sehr liebe Maus, die mir in puncto Organisation extrem ähnelt. Ich mochte den kleinen Freak in ihr und dass sie nicht die „immer-dem-Typen-hinterher-rennende-Protagonistin“ war, machte sie um einiges sympathischer. Die Geschichte wird im Wechsel von Andie und Cooper als Ich-Erzähler berichtet.
Cooper dagegen hat mich nicht vollkommen überzeugt. Vor allem zu Beginn war er sehr distanziert, kühl und verschlossen. Das hat sich zwar im Laufe der Geschichte gelegt, jedoch haben mich da andere männliche Charaktere mehr überzeugen können.

Ava Reed hat einen sehr angenehm zu lesenden, lockeren und zur Geschichte passenden Schreibstil. Man merkt, wie viel Herzblut sie in dieses Buch gesteckt hat.

Aber weswegen ich die Geschichte vor allem so liebe, ist, dass „Truly“ von seinen Nebencharakteren lebt. Ihr wisst gar nicht, wie unfassbar stark ich mich in June und Mason verliebt habe. Mason steht sogar schon auf meiner „Book-Boyfriends“-Liste und das, obwohl er „nur“ ein Nebencharakter war.

June und Mason sind großartig, so untypisch für New Adult und beide haben diesen grandiosen Humor mit phänomenalen Konversationen. Deren Gekabbel war einfach herrlich. Deswegen hat „Truly“ unter anderem auch „nur“ 4 Sterne bekommen, da es im nächsten Band „Madly“ um genau diese Charaktere gehen wird, die ich so liebe. Ich würde dem zweiten Teil am liebsten jetzt schon 5 Sterne geben. Ich glaube es hat wirklich Potenzial ein Highlight zu werden, vor allem weil die zwei Andie & Cooper ziemlich die Show gestohlen haben.

Was viele kritisieren, ist, dass Andie und Cooper einander verfallen ohne sich richtig zu kennen. Dass sie sich attraktiv finden ohne große Konversationen und ohne sich wirklich zu kennen. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich diesen Kritikpunkt nicht ganz nachvollziehen kann. Denn seit wann folgt die Liebe irgendwelchen Regeln und seit wann ist sie perfekt? Andie und Cooper haben sich von Beginn an zu einander angezogen gefühlt und warum muss es denn dafür immer die ausgefeilteste Begründung geben? Ich finde es sehr angenehm, dass wir hier einen New Adult Roman lesen, der nicht vor Klischees tropft. Denn ja, manchmal verliebt man sich auch ohne viele Gespräche vorher und ja, manchmal findet man sich auch erstmal körperlich anziehend. Und ich finde das mehr als berechtigt.

Es gab auch Kritik, dass es dadurch realitätsfern sei, aber ich würde genau das Gegenteil behaupten. Denn das ist doch das schöne an der Liebe: Dass sie einen verzaubert und vom Hocker fegt. Dass nicht immer fünf Dates kommen müssen und erst dann flattert es im Bauch (was natürlich auch der Fall sein darf), sondern du manchmal schon beim ersten Gespräch ohne Grund ganz hin und weg bist. Warum schreiben wir vor, wie Liebe sein soll? Wenn Andie und Cooper sich erst körperlich anziehend finden, warum nicht? Liebe kann man nicht begründen.

Es stimmt, ich lese vielleicht nicht viel in dem Genre, aber „Truly“ hebt sich für mich sehr ab, eben weil es total chaotisch, verkorkst und schnell zugeht. „Truly“ folgt nicht dem typischen Muster, das man in vielen New Adult Romanen findet und das macht es für mich erst recht besonders.

Fazit

Insgesamt mochte ich „Truly“ als ersten Band der Reihe sehr gerne. Es war eine emotionale, traurige aber auch schöne und mitfühlende Geschichte, die ich gerne gelesen und mitverfolgt habe. Vor allem die Clique hat mich sehr überzeugt, die anderen Charaktere waren mir unfassbar sympathisch, weswegen ich mich nur umso mehr auf „Madly“ freue!

4 von 5 Lesesterne

Zum Buch

Autorin: Ava Reed
Genre: New Adult
Verlag: Lyx
Seiten: 383 S.
Preis: 17€ (HC), 9,99€ (eBook)
Erscheinungsdatum: 27.05.2020
ISBN: 978-3-7363-1296-8

1 Comment

  • Friederike
    16. September 2020 at 10:17

    Liebe Emmi,

    das ist eine sehr schöne Rezension, die den Kern von „Truly“ gut einfängt, denke ich. Ich habe mich auf Instagram auch dazu geäußert und mich deswegen gewissermaßen angesprochen gefühlt, als du die Kritik angesprochen hast. Denn für mich kam die Beziehung zwischen Andie und Cooper eben auch nicht rüber. Ich habe wirklich nicht verstanden, was die beiden aneinander fanden, um gleich von so tiefen Gefühlen füreinander zu sprechen. Sich attraktiv finden ist völlig okay und wenn es sofort klick macht auch – Insta-Love-Klischee hin oder her. Aber für mich hat der/die Autor:in dann eben die Aufgabe es nachvollziehbar zu beschreiben und das ist für mich einfach nicht passiert. Nicht jede:r Leser:in kennt diese Form von Liebe und Verliebtheit oder hat es schonmal erlebt und da muss dann einfach der/die Autor:in drauf eingestellt sein. Und Ava Reed kann teilweise so gut mit Worten umgehen und Dinge beschreiben, wo ich mir die Zähne ausgebissen hätte, da hatte ich irgendwie mehr erwartet.
    Madly will ich dennoch lesen, weil ich das Vorwort ganz toll fand und Mason auch richtig gut. June ging mir manchmal etwas auf die Nerven, aber ich denke, wenn ich in ihrem Kopf stecke, verstehe ich sie bestimmt besser.

    Alles Liebe
    Friederike

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